RE.: conseil sur l’esthétique
Sehr geehrte Damen und Herren,
haben Sie zunächst besten Dank für die übersandten Informationen und Dokumente zwecks Klarstellung Ihres Begehrens.
Sie formulieren hier eine Zielvorstellung und das ist angesichts der Komplexität und Relevanz Ihres Vorhabens auch absolut nachvollziehbar. Eine “einfache” Lösung gibt es aber (leider) nicht. Ein Rat, der dieses Bedürfnis befriedigte, ist aus unserer Sicht nicht seriös. Die Sache ist vielschichtig und wir empfehlen Ihnen daher, die Implementierung von mehreren Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen.
Konkret lässt sich Ihr Vorhaben aus unserer Sicht auf Basis der übersandten Informationen und Dokumente und nach eingängiger Prüfung der einschlägigen Vorschriften wie folgt umsetzen:
Sie müssen sich von dem Anspruch allgegenwärtiger Ästhetik lösen. Das System ist nicht darauf ausgelegt, sich dauerhaft erhaben zu fühlen.
Wir empfehlen, den Begriff Ästhetik anders zu definieren. Einen ausführlichen Formulierungsvorschlag entnehmen Sie bitte dem Dokument anbei. In kurz: Ästhetik ist weder ein rein optisches noch ein externes Phänomen. Auf Basis der geltenden Gesetze, der ständigen Rechtsprechung und insbesondere aufgrund unserer langjährigen Erfahrung vor Ort hat es sich in der Praxis unter der Prämisse einer langfristigen und nachhaltigen Implementierung bewährt, Ästhetik als Gefühl zu definieren.
Um Ästhetik nach dieser Maßgabe zu empfinden, dürfen Sie sich nicht anlügen. Sofern Sie im Einklang mit (I) Ihren Wertevorstellungen, den (II) physischen und (III) psychischen Signalen Ihres Körpers sowie (IV) im Rahmen eines gesunden (sic!) und sozialen Beziehungsgeflechts leben, stellt sich das ästhetische Lebensgefühl per corpus ipsum ein.
Weil wir wissen, dass sich die Vorgaben unter I bis IV in der Praxis weder gänzlich noch stets gleichzeitig erfüllen lassen, verweisen wir auf den Punk unter 1.
Dieses insbesondere unter den Punkten 1. und 4. dargelegte Dilemma lässt sich aus unserer Sicht nur auflösen, indem Sie Kontrolle abgeben. Ein formeller Beschluss ist nicht erforderlich. Wir verweisen hierzu gerne auf die Lehren des deutschen Soziologen, Philosophen und Politikwissenschaftlers Harmut Rosa (Stichwort Resonanzerfahrung).
Wenngleich ich Ihnen hier keine one-stop-shop Lösung anbieten konnte, hoffe ich, nach alldem ein bisschen Licht ins Dunkeln gebracht zu haben. Die Dinge sind (und ich schreibe hier bewusst nicht leider) in dieser Welt sehr komplex.
Im Anhang finden Sie im Übrigen die in dieser Sache ausgestellte Rechnung auf Basis der üblichen Stundensätze mit der Bitte um Zahlung auf das Ihnen bekannte Konto,
Zögern Sie nicht, sich bei weiteren Fragen zu melden,
Mit freundlichen Grüßen,
GPL
Grita Paulina Löbsack
ON PAPER
–––––––––––––––––––––––
onpaperae@gmail.com
***